Neues Jahr, neues Glück?!

Ein aufregendes Jahr geht zu Ende …Zeit um mal zurück zu gucken
oder besser um nach vorn zu schauen? Beides!
Jedes Jahr hat wohl seine gute Seiten, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht…

Das wird wohl einer der persönlichsten Blogeinträge die ich je geschrieben habe und wahrscheinlich auch schreiben werde. Aber ich weiß, vielen von euch geht es ähnlich wie es mir in diesem Jahr ergangen ist und vielleicht geben diese Zeilen dem ein oder anderen die Kraft das nächste Jahr positiv anzugehen. Denn nur wenn man seine Probleme erkennt, kann man sie anpacken und in neue Kraft umwandeln!

Viele von euch haben ja mitbekommen wie holprig meine Jahresmitte war, auf einmal ging einfach nichts mehr…ich kam nicht vor und nicht zurück, wollte nicht mehr aufstehen, das Haus nicht mehr verlassen, keine sozialen Kontakte mehr pflegen…ich wollte nur noch mein Bett und die Decke über den Kopf ziehen. Ich war müde und kraftlos und von Schicksalsschlägen gejagt. Sowas kommt aber nicht von heute auf morgen.
Mittlerweile weiß ich, das hat alles schon vor 5 Jahren angefangen als mein Stiefvater gestorben ist. Auf dem Weg zur Beerdigung ging mein Auto kaputt und ich konnte mich nicht verabschieden. Ich stand da, alleine auf der Autobahn, mit dem Wissen nicht auf Wiedersehen sagen zu können. Aber ich dachte ich muss stark sein! Machte weiter wie immer, nahm mir keine Auszeit, stürzte mich wieder in die Arbeit.
Irgendwann werd ich das schon verarbeiten, vergessen…und ehrlich gesagt, ich dachte, ich hätte das geschafft, alles verlief irgendwann wieder ganz normal.

Dann kam die Krebsdiagnose meiner Mutter und alles kochte wieder hoch, die Verlustangst trieb mich in den Wahnsinn. Ich kann gar nicht sagen wie oft Dennis Abends nach Hause kam und mich heulend vorgefunden hat und wie lange ich gebraucht hab um ihm sagen zu können was los ist. Meine Mutter und ich sind mit Sicherheit nicht die besten Freundinnen, aber Krebs? Das hat doch nun wirklich niemand verdient. Also hab ich mich zusammengerissen, unsere Vergangenheit zur Seite geschoben und hab mit ihr und für sie gekämpft. Meine Bedürfnisse immer weiter in den Hintergrund gestellt und einfach nur noch funktioniert. Dann starb meine Oma, kurz drauf Dennis Opa und kurz darauf meiner.
Verlustangst war also mittlerweile ein sehr großer Bestandteil meines Alltags, mein Wegbegleiter. Auf Hochzeiten von Freunden hab ich Rotz und Wasser geheult!
Weil es so schön war? Mit Sicherheit auch, aber in erster Linie weil ich dachte, wenn ich irgendwann mal heirate ist von meiner Familie niemand mehr da.
Aber was soll man dagegen tun? Man denkt immer man ist stark genug, man muss funktionieren. Andere haben auch Probleme, andere sind auch stark, andere schaffen viel mehr und haben viel größere Hürden zu nehmen. Was sind denn schon meine Problemchen gegen die großen Probleme dieser Welt? Nichts! Also weiter…

…immer weiter, ich funktionierte von Tag zu Tag. Zog mich zurück, wurde stiller und grenzte mich selbst aus. Hätte ich da nicht vielleicht schon die Notbremse ziehen sollen? Natürlich! Aber das war mir nicht klar. Bis vor kurzem war mir der Begriff Depression gar nicht mal klar…obwohl ich schon längst tief drin steckte.
Diesen Sommer ging dann aber tatsächlich nichts mehr, ich wollte nicht mehr aufstehen oder zur Arbeit gehen….geschweige denn das Haus verlassen. Also ging ich zum Arzt. Mein Hausarzt hat mir damals nach dem Tod meines Stiefvaters schon zur Therapie geraten, ich hab es abgelehnt, es machen doch nur Verrückte eine Therapie und ich bin mit Sicherheit nicht verrückt! Aber da saß ich nun, ein Häufchen weinendes Elend, mehr als bereit den Schritt zu gehen. Ich hab zum Glück sehr schnell einen Therapieplatz bekommen und dachte jetzt geht es steil bergauf. Pustekuchen….ab jetzt ging es erstmal noch weiter runter.
Mir war ja gar nicht klar was sich da alles angesammelt hatte.
Aber ich hab eine ganz wundervolle Therapeutin abbekommen und seit dem arbeiten wir uns gemeinsam durch mein Chaos.
Nach vier Wochen Therapie hatte sie mich endlich soweit mal für 2 Monate alles stehen und liegen zu lassen. Keine Arbeit, keine Verpflichtungen, kein Druck. Ich hab wieder angefangen auf mich zu achten. Achtsamkeit ist übrigens ein ganz wichtiger Punkt. Schiebt nie alles vor euer eigenes Wohlbefinden. Wie soll man anderen ein gutes Gefühl vermitteln wenn man selbst kaum noch etwas fühlt?

Ich hatte unheimlich große Angst davor Schwäche zuzugeben, Schwäche zuzulassen…
Aber kommt man aus solchen Zeiten nicht gestärkt wieder hervor?
Dieses Jahr hat mir unheimlich viel beigebracht,ich hab sehr viel gelernt…über mich, meine Familie, meinen Freund und meine Freunde. Ich hab mich von vielen Altlasten befreit und mir neuen Raum für mich gegeben. Und wisst ihr was? Ich fühl mich mittlerweile wieder richtig gut! Klar, da ist noch Luft nach oben, ich bin noch lange nicht wieder bei 200%, aber ich hab wieder Wind unter den Flügeln 🙂

Vielen von euch geht es ähnlich, mit manchen hab ich schon darüber sprechen dürfen.
Wenn ihr euch nicht sicher seid ob ihr all eure Lasten noch alleine tragen könnt, dann traut euch und nehmt Hilfe an! Es ist wirklich nicht schlimm mal Schwäche zuzugeben und findet euch auch nicht bei irgendeinem Psychiater auf der Couch wieder 😀
Seht die Person einfach als eine unbeteiligte Person an, die euch Hilft mal ein wenig in euch aufzuräumen. Klar helfen auch Gespräche mit der besten Freundin oder den Eltern, aber eine völlig unbeteiligte Person die den Blick von aussen hat, gibt euch selbst auch nochmal einen ganz neuen Blickwinkel auf Dinge die euch beschäftigen.

Puh, ich hoffe ich kann mit diesem Text einigen von euch da draussen etwas Mut machen.
Es geht im Leben nicht darum schlank zu sein, toll auszusehen, die neusten Dinge zu besitzen….es geht darum, dass DU glücklich bist.

Also sehen wir 2016 doch als Neuanfang, als Neustart…als Start in ein glücklicheres Leben.
Gehen wir Probleme an und schaffen sie aus dem Weg. Reichen wir uns gegenseitig die Hände und ziehen uns mit wenn es einem schlecht geht.

Ich möchte mich bei euch bedanken, für ein Jahr voller Unterstützung und aufbauender Worte. Wenn ich dir die Hand reichen kann, schreib mir und ich unterstütze dich gern bei deinem Weg.

So, genug erzählt, jetzt soll gefeiert werden! Rutscht heute Nacht alle ganz ausserordentlich gut ins neue Jahr und nehmt eine extra Portion Liebe und Glück mit <3

Ich freue mich auf ein tolles neues Jahr mit euch und auf viele wunderbare Projekte!
Vielleicht sieht man ja wieder mal das ein oder andere neue Gesicht, ich würde mich freuen!

<3

PS: Mein Glückskeks heute morgen sagte mir – Das Geheimnis des Erfolgs ist anzufangen!

…wie wahr (:

2 Comments

    1. Hallo liebe Karina!
      Vielen lieben Dank für deine ehrlichen Worte.. Irgendwie hab ich mich in deiner Geschichte wieder erkannt. Zwar waren es andere Schicksalsschläge, aber deine Gefühle kann ich vollkommen nachvollziehen.
      Mir sind einige Dinge bewusst geworden, die ich vorher verdrängt habe bzw. als „Faulheit“ abgestempelt habe. Aber wenn man morgens nicht aufstehen mag und anfangs jeder Schritt „weh tut“, dann hat das vermutlich gar nichts mit „Faulheit“ zu tun..
      Wie gesagt: DANKE!
      Alles gute auf deinem Weg!

      Liebe Grüße
      Annika

      1. FroileinFux

        Hallo Annika (:
        Ich danke dir für deine Worte!!
        Mir bedeutet es so unheimlich viel zu wissen, dass durch so ein paar offene Worte andere merken – sie sind nicht alleine damit. Ich weiß nicht warum Depressionen in Deutschland noch so ein krasses Tabuthema sind, aber sie lassen sich behandeln und man kommt da wieder raus <3

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